Die Regierung stellt derzeit einen Aktionsplan zur Reduktion des Pestizideinsatzes in Luxemburg zur Debatte. Dieser Plan muss unbedingt verbessert werden, denn er stellt nicht sicher, dass Pestizide ausreichend reduziert werden.
Machen Sie mit! Beteiligen Sie sich an der Aktion "Stop Pestiziden" !
Pestizide stellen eine massive Belastung für Natur und Umwelt dar und beeinträchtigen die menschliche Gesundheit!
Deshalb verlangt die EU von allen Mitgliedsstaaten einen nationalen „Aktionsplan Pestizide“, der eine Reduktion des Einsatzes von Pestiziden sicherstellen soll. Mit fast 5 Jahren Verspätung liegt nun endlich seitens des Landwirtschaftsministeriums der Entwurf dieses Planes für Luxemburg vor.
Als BürgerInnen haben Sie das Recht, im Rahmen einer öffentlichen Prozedur Ihre Bemerkungen und Verbesserungsvorschläge zu diesem Entwurf einzureichen.
Es ist wichtig, dass zahlreiche BürgerInnen von diesem Recht Gebrauch machen und klare Forderungen an die Regierung bzw. die zuständigen Ministerien richten!
Denn: der bisherige Entwurf des Aktionsplanes ist nach Ansicht des Mouvement Ecologique sowie « Bio-Lëtzebuerg » und « Initiativ Liewensufank » völlig unzureichend! Er wird keine wirkliche Reduktion des Einsatzes von Pestiziden sicherstellen! Somit wird auch kein ausreichender Schutz, weder für Natur und Umwelt noch für die menschliche Gesundheit, erreicht! Außerdem werden die berechtigten Sorgen der Landwirtschaft nicht berücksichtigt, da keine alternativen Perspektiven entwickelt werden.
Deshalb: machen Sie mit und schicken Sie Ihre Anregungen an das Landwirtschafts- und Verbraucherministerium, das Nachhaltigkeits- sowie das Gesundheitsministerium!
Sie können dazu unseren modellhaften Einspruchstext als Grundlage nutzen.
Danke für das Mitmachen!
Wie sich Pestizide & Pflanzenschutzmittel auf den Menschen und seine Umwelt auswirken

Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau sind oft mit Rückständen von Pestiziden und deren Abbaustoffen belastet.

In der Landschaft eingesetzte Pestizide werden z.T. ausgewaschen, versickern und kontaminieren Grund- und Oberflächenwasser. Über 70% unserer Trinkwasserquellen sind belastet!

Pestizide sind Gifte und können gesundheitliche Schäden verursachen. In Frankreich ist Parkinson als Berufskrankheit bei Landwirten anerkannt.

Die Pestizide haben zu einer dramatischen Abnahme aller Insekten geführt, mit entsprechenden Folgen in den Ökosystemen (v.a. für Insektenfresser). Bienen haben eine wichtige Funktion in der Natur: Sie bestäuben eine Vielfalt von Wild- und Kulturpflanzen. Pestizide sind eine der Ursachen für das weltweite Bienensterben.

Die Landwirte sind selbst am stärksten Pestiziden ausgesetzt. Die konventionelle Landwirtschaft ist vom regelmäßigen Einsatz von Pestiziden - und somit von den großen Agrarkonzernen - abhängig.

Pestizide schaden vielen nützlichen Bodenmikroorganismen, wirken sich negativ auf die biologische Vielfalt aus und sind somit ein Risiko für die Funktion von Ökosystemen.
Der Mouvement Ecologique hat am 18. Juli, mit der Unterstützung von “Bio-Lëtzebuerg” sowie der “Initiativ Liewensufank”, diese Unterschriftenaktion zum Thema “Reduktion von Pestiziden in Luxemburg” gestartet.
Dabei wurden die BürgerInnen aufgefordert, im Laufe der öffentlichen Prozedur zum Aktionsplan Pestizide Verbesserungsvorschläge bei den betroffenen Ministerien Landwirtschaft – Nachhaltige Entwicklung und Gesundheit einzufordern. In der Tat ist der derzeitige, aufgrund von EU-Vorgaben erstellte und nun vorliegende Entwurf der Regierung absolut nicht zufriedenstellend.
Innerhalb von gut 14 Tagen forderten 700 BürgerInnen online bzw. brieflich zentrale Verbesserungen am Entwurf ein
Der Aktionsplan muss, so ebenfalls die gemeinsame Forderung, konkretere Ziele und präzisere Maßnahmen als der Entwurf beinhalten sowie einen klaren Zeitplan mit der Benennung der für die Umsetzung verantwortlichen Akteure.
Wenn in derart kurzer Zeit Unterschriften für ein solch komplexes Thema gesammelt und die Forderungen von vielen BürgerInnen persönlich mit Nachdruck unterstützt werden, stellt dies nach Ansicht des Mouvement Ecologique einen deutlichen Handlungsauftrag an die Regierung und vor allem an die Ministerien für Landwirtschaft, Nachhaltige Entwicklung und Gesundheit dar!
Der Aktionsplan muss grundsätzlich überarbeitet
werden, um eine deutliche Reduktion der Pestizide in Wasser, Boden und der Nahrungskette
in Luxemburg zu erreichen.
Übrigens: Frankreich hat aktuell ein Verbot der so schädlichen Neonikotinoide ab 2020 beschlossen! Das Landwirtschaftsministerium ist nun gefordert mit einer ähnlichen Courage dieses absolut notwendige Verbot auch in Luxemburg festzuschreiben.
Es ist noch nicht zu spät: Füllen Sie untenstehendes Formular aus um eine Email an die zuständigen Ministerien zu versenden, und Ihre Unterschrift zu unserer Petition hinzuzufügen.
Falls sie über ähnliche Kampagnen informiert werden wollen, erhalten Sie in Zukunft entsprechende Informationen per Email
Der Mouvement Ecologique engagiert sich seit Jahren, damit der Einsatz von Pestiziden endlich reduziert wird. So war es auch nur logisch, dass wir den Entwurf des Aktionsplanes kritisch unter die Lupe genommen haben.
Wir treten für eine mittelständische Landwirtschaft ein, die statt Massenproduktion und Exportorientierung auf regionale Qualitätsprodukte setzt, die in ihrem wirtschaftlichen Überleben unterstützt wird durch „wahre“ Lebensmittelpreise und im Einklang mit Natur und Umwelt steht. Für uns ist die biologische Landwirtschaft ein wichtiges mittel- und langfristiges Ziel und wir unterstützen konstruktiv alle Anstrengungen konventioneller Betriebe, ihre Produktionsweise nachhaltiger zu gestalten.
Sie finden anbei die detaillierte Stellungnahme des Mouvement Ecologique, auf der auch das modellhafte Schreiben basiert.
Beraten wurde der Mouvement Ecologique von „Générations futures“, einer anerkannten französischen Organisation, die sich seit Jahren für die Reduktion des Gebrauchs von Pestiziden einsetzt und auch eng mit den Landwirten zusammenarbeitet. Der Direktor von „Générations futures“, François Veillerette, verglich den Entwurf des Luxemburger Aktionsplanes mit dem französischen Plan. Auch wenn der französische Plan selbst bei weitem nicht perfekt ist, so weist diese Analyse doch auf, wie groß der Verbesserungsbedarf am Luxemburger Entwurf ist.
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Auf EU-Ebene wurde 2009 eine Direktive (2009/128/EG) im Hinblick auf eine „Strategie zur nachhaltigen Nutzung von Pestiziden“ verabschiedet.
Die Direktive hat als Ziel, die Risiken durch den Einsatz von Pestiziden in der EU zu reduzieren. Hierfür mussten bis 2012 alle Mitgliedsstaaten nationale Aktionspläne vorlegen. Als Pestizide im weiteren Sinne werden sämtliche Pflanzenschutzmittel sowie die Mittel zur Schädlingsbekämpfung bezeichnet.
Luxemburg hat am 19. Dezember 2014 diese Direktive in nationales Recht umgesetzt. Das Landwirtschaftsministerium hat somit erst Mitte April dieses Jahres den Entwurf des nationalen Aktionsplanes vorgelegt („programme de réduction des pesticides – PRP“). Der Entwurf kann auf der Internetseite des Landwirtschaftsministeriums oder aber im Ministerium selbst bis zum 15. Juli 2016 eingesehen werden. Fragen bzw. schriftliche Bemerkungen zum Entwurf müssen beim Ministerium brieflich oder per E-Mail (info@ma.public.lu) bis zum 31. Juli 2016 eingehen.
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